Gewagtes Debüt: Sennheiser AMBEO Soundbar mit Dolby Atmos & DTS:X

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Sennheiser versucht sich bei seinem Ambeo Soundbar gleich an Dolby Atmos
Sennheiser versucht sich bei seinem Ambeo Soundbar gleich an Dolby Atmos

Audiospezialist Sennheiser möchte auch im Heimkinomarkt Fuß fassen. Mit ihrem Debüt-Soundbar „AMBEO“ mit Dolby Atmos und DTS:X 3D Sound, wagt man gleich den Vorstoß in die Königsklasse.


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Auf der IFA 2018 präsentierte Sennheiser voller Stolz ihr erstes High-End Produkt für Heimkino-Begeisterte. Das erste Produkt trägt den Namen „AMBEO“. Dabei handelt es sich um einen Soundbar der Dolby Atmos Klang in einer 5.1.4 Konfiguration wiedergeben soll. Dabei verzichtet das Modell komplett auf zusätzliche Satelliten-Lautsprecher oder externe Subwoofer. Laut Angaben des Herstellers, sind im Gerät insgesamt 7 Tweeter und 6 Woofer installiert. Die sechs Langhub-Tieftöner mit 4 Zoll befinden sich an der Front, ebenso drei Kalotten-Hochtöner mit 1 Zoll. Zwei weitere Hochtöner sind an den Seiten verbaut. Zwei Top-Firing Lautsprecher mit 3.5 Zoll gibt es noch zusätzlich an der Oberseite. Wie Sennheiser damit vier Höhenkanäle simulieren möchte, ist uns jedoch ein Rätseln. Sennheiser legt natürlich einen großen Wert auf die Audioqualität. So wurde z.B. erwähnt, dass der Bass runter geht bis auf 30Hz – ohne externen Subwoofer.

AMBEO Soundbar mit 5.1.4-Klang

Damit der Klang auch von allen Seiten beim Zuschauer ankommt, hat sich Sennheiser die Spezialisten des Fraunhofer-Instituts zu Hilfe geholt. Der AMBEO-Soundbar nutzt eine neue Visualisierungstechnologie, mit der er den Raum in allen Dimensionen abtastet und die Oberflächen bestimmt werden. Die darauf optimierte Akustik soll dem Zuhörer einen vollen 5.1.4 Klang liefern. Mehrere Einmess-Mikrofone befinden sich direkt am Chassis. Durch die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut, ist zudem die Kompatibilität mit MPEG-H entstanden. Über diesen Standard sollen in Zukunft 3D-Soundformate über das Fernsehen übertragen werden können.

Gut zu erkennen, die 9 Treiber an der Front mit 6 Subwoofern und 3 Tweetern
Gut zu erkennen, die 9 Treiber an der Front mit 6 Subwoofern und 3 Tweetern

HDMI mit eARC

Audiosignale werden vorrangig über die vier HDMI-Eingänge zum Soundbar gelangen. Ein HDMI-Eingang ist sogar mit dem neuen eARC (enhanced Audio Return Channel) ausgestattet und kann so Dolby Atmos & DTS:X Inhalte wiedergeben die über den HDMI-Anschluss vom TV zum Soundbar geleitet werden. Zudem steht noch ein optisch-digitaler S/Pdif (Toslink) und ein AUX-Eingang bereit. Über den HDMI-Ausgang lassen sich auch Videosignale in 4K/60p mit HDR/Dolby Vision an ein TV-Geräte oder Projektor durchschleifen.

Für den akustischen Feinschliff steht dem Nutzer die kostenlose Sennheiser Smart Control App zur Verfügung. Mit ihr lässt sich der Klang ganz individuell einstellen. Voraussetzung ist nur ein Smartphone oder ein Tablet. Über mobile Geräte können zudem auch Audiostreams via Chromecast oder Bluetooth übertragen werden. Zu Apple Airplay konnte man uns zum Zeitpunkt der IFA noch nichts sagen.

Das volle Potential entfaltet der AMBEO Soundbar jedoch bei der Wiedergabe von Dolby Atmos und DTS:X Soundquellen. Andere Inhalte werden im AMBEO-Modus über die integrierte Upmix-Technologie auf Dolby Atmos oder DTS:X Niveau gehoben. Das ist schwer zu glauben und wird in der Praxis natürlich nicht möglich sein. Wir lassen uns vom fertigen Produkt aber gerne positiv überraschen.

Es handelte sich beim Vorführgerät noch um einen Prototypen. Der aktivierte Ambeo-Modus macht sich nicht nur akustisch, sondern auch visuell über das beleuchtete Logo bemerkbar (unten Rechts)
Es handelte sich beim Vorführgerät noch um einen Prototypen. Der aktivierte Ambeo-Modus macht sich nicht nur akustisch, sondern auch visuell über das beleuchtete Logo bemerkbar (unten Rechts)

Vorführung auf der IFA

Die technischen Features klingen sehr gut – aber klingt der AMBEO auch sehr gut? Wir haben den Sennheiser Debüt-Soundbar einmal auf uns wirken lassen. Dafür hatte der Hersteller einen eigenen Vorführraum installiert. Dieser war doch recht klein und wird weit kleiner sein als das durchschnittliche Wohnzimmer der Deutschen. Zudem war der Raum quadratisch und der Soundbar war perfekt mittig platziert.

Alles Voraussetzungen, die in den eigenen vier Wänden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gegeben sind. Die klangliche Präsentation des AMBEO Soundbar war subjektiv auf jeden Fall überzeugend. Egal welche Soundformate abgespielt wurden, der Klang kam sauber und kraftvoll bei uns an. Der Upmixer schafft es dabei nicht nur Surround-Formate viel mehr Volumen zu verleihen, auch Musikstücke in Stereo „rocken“ weitaus mehr. Abstriche gibt es, wie bei den meisten Dolby Atmos Soundbars, bei den Höhenkanälen. Die Reflexions-Lautsprecher schaffen ein 3D-Gerüst, an ein vollwertiges Dolby Atmos/DTS:X-Setup mit an der Decke installierten Lautsprechern kommt das Gerät aber nicht ran. Aber wer weiß, vielleicht holt Sennheiser bis zur marktreife des Produkts noch mehr aus dem AMBEO heraus.

Alles in einem: Der AMBEO-Soundbar ist ein 5.1.4 Soundbar mit Dolby Atmos, DTS:X und MPEG-H Unterstützung. Der Formfaktor ist doch recht groß, dafür überzeugt der Klang!
Alles in einem: Der AMBEO-Soundbar ist ein 5.1.4 Soundbar mit Dolby Atmos, DTS:X und MPEG-H Unterstützung. Der Formfaktor ist doch recht groß, dafür überzeugt der Klang!

AMBEO Preis & Verfügbarkeit

Auf dem Papier liest sich der AMBEO wie das perfekte Komplettpaket. Die technischen Features sowie das Know-How und die Entwicklung von Sennheiser sind aber nicht ganz günstig. Der AMBEO Soundbar soll im ersten Quartal 2019 für um die 2.000 bis 2.500 Euro in den Handel kommen. Das Unternehmen wird vor seiner Preiswahl sicherlich den Gesamtmarkt und die Preise der Konkurrenz weiter studieren.

Gewagtes Debüt: Sennheiser AMBEO Soundbar mit Dolby Atmos & DTS:X
4.5 (90%) 4 Bewertung[en]

7 KOMMENTARE

  1. Ich konnte es leider nicht selber vergleichen, aber ist das Ding wirklich so exorbitant viel besser als die LG SJ9 Soundbar, die es für unter 500,- € gibt?

  2. Ich habe in einem Tonstudio ausgerüstet mit der Sennheiser 3 D Technologie Musik aus verschiedenen Genren anhören dürfen, dabei wurde auch immer wieder zwischen Mono und Stereo geswitcht. Das war der Hammer. Ich konnte obwohl nur Frontlautsprecher bei 3 D nicht die Quelle des Tons lokalisieren. Ich kam mir ernsthaft vor wie mitten in einem Konzert! Ich bin sehr gespannt, ob die Ambeo Soundbar in etwa da ran kommt.

  3. Da bin ich auch mal auf die ersten Testberichte auf YouTube gespannt! Falls sich das für den Preis überhaupt irgend jemand leisten will der auf YouTube vertreten ist. Über deinen letzten YouTube Beitrag hab ich ja auch schon ein Kommentar hinterlassen. Ich bin immer noch der Meinung dass LG das in der gleichen Performance halt nur Wesentlich günstiger abliefert! Die Soundbars von LG können mittlerweile auch die up mix Funktion. Somit klingt auch normales DTS und Dolby richtig gut nur halt in 3-D!

  4. So eine Soundbar kommt niemals an ein Setup mit verteilen Speakern heran. Was den Sennheiser nun anbelangt, so ist nicht nur das Dolby Atmos scheinbar schlecht (wen wundert’s?), sondern, es ist auch nur eine 5.1.4-Soundbar. Alles unter 7.x.x kann man eh knicken. Es gibt nix geileres, als wenn einem hinten im Rücken aus den Rearspeakern Geräusche entgegen kommen.

    • Womöglich nicht, aber wir lassen uns gerne positiv überraschen. Ein abgestimmtes 7.1.4 System wird so einem Soundbar immer überlegen sein. Wenn nicht hätten viele Hersteller ganz große Probleme. Für ein Komplettsystem ist der Preis auch ziemlich hoch. Aber der Klang war halt schon echt nicht schlecht. Das muss man auch einmal persönlich gehört haben. Ich glaube viele hätten sich erst einmal umgesehen, wo denn der Subwoofer und die Surround-Speaker versteckt sind. Stay Tuned!

  5. Das ist das Monster!!! @Dominic, seid Ihr bei der Vorführung auf die Atmos-Defizite eingegangen?
    Wird es ein Subwoofer oder Rear-Speaker geben?
    2000-25000€ ist mal ne Hausnummer, da muss Atmos so gut wie Perfekt sitzen ähnlich der YSP-5600

    • Hallo Dennis. Nein, dafür war leider keine Zeit. Die Präsentation wurde im 5 Minuten Takt immer mit neuen Leuten besetzt. Ich konnte mit den Angestellten vor Ort reden, aber zum Anbringen von Kritik war es auf dem Messestand auch einfach zu hektisch. Zudem handelte es sich noch um einen Prototypen. Daher warten wir mal ab, wenn das Gerät auf den Markt kommt. Der YSP-5600 ist mir ebenfalls sofort in den Sinn gekommen, als ich den Soundbar das erste mal sah 😉

      Externe Subwoofer und Satelliten sind nicht vorgesehen. Einen Subwoofer hat das Gerät auch wirklich nicht nötig gehabt.

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